Samstag, 18. Juni 2011

Da mach ich schon wieder Urlaub :-)


Dieses mal aber nicht alleine sondern mit meiner Cousine Julia und ihrem Freund Christian. Sie waren fuer 3 Wochen in Ghana und sind jetzt wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen.
Ich habe sie Samstag abend vom Flughafen in Accra abgeholt und es war ein unbeschreiblich schoenes Gefuehl sie wieder zu sehen. Noch schoener war die Erkenntnis, dass wir uns immer noch genauso gut verstanden haben wie vor 11 Monaten in Deutschland!! Sie haben sich auch gleich mutig aufs Trotro fahren einglassen und das mit 2 grossen Rucksaecken- Hut ab!
 Foto: Unser erstes Fruehstueck am Strassenrand :-) Fried Egg!
Zusammen sind wir die ersten 1,5 Wochen an der Westkueste gereist. Unsere erste Station war Winneba. Eine kleines Fischerdorf gerade mal 60 Kilometer von Accra entfernt. Wir haben den halben Tag an einem fast menschleeren, wunderbaren Strand verbracht. Es war toll das Meer nach langer Zeit wieder zu sehen und zu baden, auch wenn die Stroemung ziemlich stark war und uns zum Teil von den Fuessen gerissen hat. Auf der Suche nach was essbarem sind wir in das Doerfchen gelaufen und hatten den Anschein, dass sich bis jetzt noch nicht so viele Touristen hierhin gewagt haben, den wirklich jeder hat uns angesprochen, wollten mit uns Fotos machen, Haende schuetteln…. Als wir endlich in einer Chopbar sassen waren die beiden von den Eindruecken und der Hitze ganz schoen erschlagen. Den Rest gab ihnen dann das Fufu mit einer ziemlich, ziemlich scharfen “Lightsoup” :-). Zur Versoehnung gab es im Guesthouse fuer die beiden Brot mit Nutella aus Deutschland und eine leckere Ananas. Am Abend hiess die Regenzeit uns dann zum ersten, aber leider nicht zum letzten mal willkommen.
Foto: Brot und Nutella :-)
Am naechsten Tag (Dienstag) haben wir uns aufgemacht nach Cape Coast. Natuerlich alles wie fast immer mit Trotro und im Regen. Cape Coast ist eine sehr geschichtstraechtige Stadt mit 100.000 Einwohnern. Die Briten haben hier das maechtige Cape Coast Castle errichtet, das einst zu den groesten Sklavenumschlagsplaetzen der Welt gehoerte. Diese Sklavenburg haben wir uns auch als erstes angesehen. In der Burg gibt ein richtig gutes Museum ueber die Sklavengeschichte und auch ueber die Kultur der Fanti, wie sich die Menschen in dieser Region nennen. Es gab eine ausfuehrliche und zugleich erschreckende Fuehrung durch die Burg, wenn man sich vorstellt, dass hier manchmal bis zu 2000 Gefangene in 4 kleinen Raumen ohne Kleidung, Licht und sanitaere Anlagen gehalten woden sind. Im Anschluss waren wir ausgehungert und waren in einem sehr netten Restaurant direct am Strand essen.
Am Mittwoch haben wir einen Halbtagesausflug zum Kakum Nationalpark gemacht. Dieser liegt im Landesinneren nur 33 km von Cape Coast entfernt. Hier erstreckt sich der Regenwald ueber 350 km2. Das besondere an diesem Nationaolpark ist der Canopy Walkway, ein in Baumkrohnenhoehe an Seilen aufgehaengter Pfad. Es war wirklich was besonderes den Regenwald in luftiger Hoehe zu bewundern. Den Rest des Tages haben wir in unserem Beachcamp direct am Meer verbracht mit baden und entspannen.  Essen gehen wollten wir in der Stadt doch es hat mal wieder angefangen zu rgenen, so dass wir vor Ort im Restaurant gegessen haben.
Auch den naechsten morgen sah es mal wieder nach Regen aus. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden uns einfach ins Taxi zu setzen und ins nur 13 Kilometer entfernte Elmina zu fahren. Elmina ist geschichtlich als der erste von Europaeern besetzte Ort interessant. 1471 begann der Gold- und Elfenbeinhandel zwischen den Einheimischen und den Portugiesen, die dieses augewscheinlich so reiche Land fuer sich sichern wollten und es zu ihrem Einflussbereich erklaerten. Das Elemine Castle wurde errichtet und diente ebenfalls dem Sklavenhandel. Genau wie in Cape Coast auch kann man die Burg und das Museum besichtigen. Ansonsten ist Elimina heute eine Hafenstadt. Elemina finde ich wirklich nett gelegen und den Fischerhafen fand ich beonders nett. Ueberall die bunten Boote, die den Hafen verlassen oder voll mit Fisch beladen zurueck kommen.
Nach nur einer Uebernachtung ging es abendteuerlich mit dem Trotro weiter nach Busua. Abendteuerlich deshalb, weil es die komplette Annreise ueber geregnet hat. An einer Station mussten wir umsteigen und haben mal wieder miterleben duerfen wie nett doch die Menschen hier sind. Ein Ghanaer, der in die selbe Richtung wie wir weiterfahren musste, ist in dem stroemenden Regen ausgestiegen und hat fuer uns alle ein Taxi besorgt. Somit konnten wir sofort aus dem Trotro hinaus direct ins Taxi huepfen. Als wir dann in Busua ausgestiegen sind hat es dann gluecklicher weise so gut wie aufgehoert zu regnen. Busua liegt im Westen Ghanas. Unser Reisefuehrer schreibt: Wer immer von Suedseeromantik getraumt hat, wird sie im westen Ghanas finden: tuerkisfarbenes, sauberes Wasser, feinsandiger, palmengkuester Strand, ulkige Doerfer, idyllische Plaetze ohne Stress, ohne Hektik… Und genauso war es wirklich!! Einfach wunderbar und auch der immer mal wieder aufkommende Regen konnte uns nicht davon abhalten uns in die Fluten zu stuerzen. Auch hier war die Stroemung stark aber es hat tierischen Spass gemacht sich den Wellen entgegen zu schmeissen.
Der naechste Tag war Christians Geburtstag und wir haben den ganzen Tag wunderbar am Strand geschillt und der ein oder andere hat die Kraft der Sonne zu spueren bekommen :-(
Sonntag haben wir uns von Busua zur Green Turtle Lodge aufgemacht. Diese liegt 1 km vor dem Oertchen Old Akwidaa. Die Loge von dem Briten Tom war schon immer ein Geheimtipp fuer Naturliebhaber. Ziel des Oeko- Tourismus- Projektes ist es, mitzuhelfen, die Umwelt zu schonen, den Tourismus zu foerdern und etwas fuer die Gemeinde zu tun. Allerhand von touristischen Ausfluegen in die naehere Umgebung werden angeboten, aber natuerlich nicht Sonntags…. Somit haben wir uns alleine auf dem Weg zum Cape Three Point aufgemacht. Laut Auskunft eine Wanderung von insgesamt 4 Stunden. Cape Three Point ist der suedlichste Punkt Ghanas. Es sind drei Landzungen die weit ins Meer ragen. Der mittlere, laengste Arm reicht 300 m weit ins Meer und an der Spitze steht ein Leutturm. Doch bis wir endlich dort waren musste erstmal ziemlich viel Schweiss fliessen, denn der Weg war deutlich laenger als gedacht, sehr, sehr huegelig und die Luftfeuchtuigkeit lag bei gefuehlten 99 Prozent… Wir sind um 14 Uhr los und wollten unbedingt vor dem Einbruch der Dunkelheit um 18 Uhr zurueck sein. Also sind wir die ganze Zeit durchgehend gewalked, aber der Weg wollte und wollte nicht aenden. Schon fast am Ende unserer Kraeft haben wire in Camp erreicht. Die Besitzer haben uns angeboten, dass wir uns Mountainbikes ausleihen koennten fuer die restliche Strecke und auch fuer den Weg zurueck zur Green Turtle Lodge. Die anderen beiden waren von der Idee nicht ganz so begeistert, aber so kurz vor dem Ziel wollte ich nicht aufgeben. Als wir endlich dort waren, war es doch etwas enttauschend. Ich hatte es mir zumindest ganz anders vorgestellt- halt wirklich eine Landzunge, die man gut sehen kann und schoen ins Meer ragt, aber so war es nicht. Die Landzunge war fuer mich nicht wirklich zu erkennen. Leider hat es sich zu dem Zeitpunkt auch schon zugezogen und es fing an zu troepfeln. Ich kann mir aber vorstellen, dass es bei schoenem Wetter toll ist und dass man mit Zeit im Gepaeck hier auch schoen baden kann. Der Rueckweg war nochmal ziemlich anstrengend, aber wir waren um 18.15 uhr zurueck und ich war zumindest gluecklich :-). Nachher habe ich im Reisefuehrer gelesen, dass es bis zum Cape Three Point 7,5 Stunden Gehzeit sind!!!
Der komplette Montag war mal wieder sehr abendteuerlich. Wir sind frueh aufgestanden und sind richtung Akwidaa gelaufen um ein Trotro zum naechst groesseren Ort zu nehmen. Auf dem Weg kam uns schon ein ziemlich ueberladenes Trotro entgegen und hat uns auch noch mitgenommen, da es das einzige fuer den ganzen Tag war. In so einem vollen Trotro sass ich noch nie: normal hat es 12 Plaetze, aber wir waren ungelogen 20 Erwachsene und 5 Kinder!!! Wir haben uns gestapelt und 5 Erwachsene sassen auf dem Dach! Nach 45 min fahrt war es ueberstanden, wir haben das naechste Trotro und dann das naechste Taxi nach Beyin genommen. Beyim wollten wir als Basis nutzen um zum Nzulezo Stelzendorf zu gelangen. Im Besucherzentrum trifft uns erstmal der Schlag, denn das Eintrittsgeld war viel hoeher als angenommen und nach bezahlen hatten wir nurnoch 7,50 euro fuer 3 Personen uebrig. Was jetzt? Damit koennen wir hier nicht uebernachten und auch nicht die 90 km nach Takoradi zurueck zum naechsten Geldautomaten fahren… Dann die rettende Idee: Vor runs kam eine Studentengruppe mit eigenem Bus an und wir haben sie gefragt, ob sie noch Platz frei haben und uns zurueck nach Cape Coast nehmen koennten. Wie ihr ja wisst sind die Ghanaer fuer ihre Gastfreundschaft bekannt und haben sofort ja gesagt. Puh nochmal Glueck gehabt :-) Nzulezo erreicht man nur ueber das Wasser. Wir wurden 45 min lang in Kanus ueber den See gepaddelt. Ich fand es herrlich entspannend und die Natur war wunderbar. Das Dorf ist komplett auf Stelzen errichtet. Man lauft auf Holzrampen und Stegen durch die kleine Wassersiedlung. Die Dorfbewohner selber muessen immer 45 min paddeln um das naechste Dorf Beyin zu erreichen. Es gibt keinen Strom und kein fliessend Wasser. Warum dort immer noch 400 Menschen leben fragt ihr euch? Die Menschen die dort wohnen kommen urspruenglich aus Mali und ihr Gott, eine Schnecke, hat sie zu diesem Ort gefueht um dort zu leben!! Der Rueckweg mit dem Bus war dann wirklich comfortable und nett. Es wurde die ganze Zeit ueber gesungen und es war sicher. Um 19 Uhr haben wir endlich Cape Coast erreicht.
Den naechsten Tag haben wir ganz entspannt in Cape Coast mit shoppen und leckerem Essen verbracht.
Mittwoch waren wir um 5 Uhr an der Station um den MMT Bus nach Kumasi zu nehmen. Um 6.10 Uhr ist er dann abgefahren und um 10 Uhr waren wir schon in Kumasi. Das Trotro nach Nkoranza war um 11 Uhr voll und wir um 14 Uhr in PCC. Sau schnell :-) und meine lieben Kinder haben uns nett begruesst.
So das muss erstmal reichen. Ist ja ein halber Roman geworden :-) Am Ende folgen noch ein paar Fotos.
Foto: Strand von Winneba

Foto: Cape Coast Castle

Foto: Cape Coast Castle

Foto: Kakum Nationalpark

Foto: Cape Coast- ein Fischernetz wird an Land gezogen

Foto: Elmina Castle

Foto: Elmina Fischerhafen

Foto: Strand von Busua

Foto: Leuchtturm am Cape three point


Freitag, 27. Mai 2011

Urlaub Klappe die 2.

Wo war ich zuletzt stehen gelieben? Ach  ja ich habe mich also von Larabanga aufgemacht nach Bolgatanga. Bolgatanga ist die Rgeionalhauptstadt der Upper East Region ganz in der äusersten Ecke von Ghana. Gerade hier im Nordosten gibt es eine große Kulturvielfalt. Viele verschiedene ethische Gruppen leben hier und alle haben ihr Bauarten an sie jeweilige Lebensart angepasst. Sehenswürdigkeiten gibt es  in Bolga kaum welche. Ich habe mir nur den Markt und das Cukture Centre angeguckt. Dafür gibt es zahreiche Ausflugsziele im Umkreis. Als erstes habe ich mich aufgemacht nach Paga. Paga ist berühmt, da es die allerletzte Ortschaft vor Burkina Faso ist. Klar bin ich auch rüber gelaufen nach Burkina, aber dass war garnicht mal so einfach wenn man seinen Reisepass im Guesthouse vergessen hat.... Natürlich habe ich mir vorher darüber keine Gedanken gemacht und bin fröhlich hinein spaziert und dann kam die Frage nach meinem Ausweis: Hups vergessen :-) Was mach ich nun habe ich gedacht? Dann habe ich gehört, dass die netten Menschen dort Twi sprechen und somit kam ich mit ihnen ins Gespräch, sie fanden mich nett und haben mich auf die andere Seite der Grenze gelassen :-)
                                        


Paga ist aber nicht nur als Grenzstadt bekannt, sonder auch wegen seiner 2 großen Teiche voller Krokodile. Der größere Teich liegt wirklich direkt an der Hauptstraße. Für mich sehr unschön gelegen und dazu wird der Teich und seine Umgenung nicht besonders gepflegt. Angeblich leben 200 Krokodiele in den beiden Teichen. Die Krodkodile sind heilig und werden geschützt. Ich habe das aus meiner Sicht viel zu hohe Eintrittsgeld gezahlt, musste dazu noch ein Huhn kaufen um das Tier aus dem Wasser zu locken und dann ging es los. Je näher wir zum Wasser kamen, desto mehr fing dann doch mein Puls an zu rasen. So weit das Auge reicht habe ich Krokodile gesehen. Der Guide hat mit dem Huhn ein wirklich träges Krokodil an Land gelockt. Er meinte, dass ich ruhig näher kommen soll, mich aufs Krokodil setzen und es anfassen soll. Ich glaub mein Blutdruck war bei 180, aber nach dem ersten Schock fing es dann doch an Spaß zu machen.




Nach Paga habe ich mich im Anschluss nach Sirigu aufgemacht. Sirigu ist bekannt für seine besondere Architektur mit kunstvoller Bemalung. Die erste Frau aus dem Dorf, die es geschafft hat zur Schule zu gehen und diese zu beenden hat das ansässige SWOPA Center gegründet. Damit hilft sie Frauen die lokale Töpferware zu verkaufen mit dem Ziel, dass diese Mütter ihre Kinder mit dem Geld zur Schule schicken können. Ausserdem sichert das SWOPA Center die Tradition von Sirgu und bringt diese Touristen näher. Die Häuser dienten früher zum einem dem Schutz vor wilden Tieren und zum anderen wurde das Flachdach dazu genutzt um Ausschau nach Sklavenhändlern zu halten. Wurden welche enttdeckt, so hat sich die ganze Familie in den Raum mit dem niedrigen Eingang verzogen und von dort aus gekämpft und sich versteckt.





 So das war es erstmal.... ich melde mich demn'chst mit Urlaub Klappe die 3. 4. usw.....
Morgen mache ich mich auf nach Accra um meine Cousine Julia und ihren Freund Christian dort zu begruessen. Sie kommen fuer 3 Wochen nach Ghana und ich freue mich tierisch sie zu sehen!

Samstag, 21. Mai 2011

Urlaub: Klappe die Erste

Ich bin frisch aus meinem 2 Wochen Uralub zurück und mir geht es wunderbar. Ich bin alleine durch Ghana gereist, habe mich aber nie alleine gefühlt. Ghana ist einfach großartig. Die Menschen und die Natur machen es einem einfach sich willkommen und zuhause zu fühlen egal wo man ist. Ich habe interessante, nette Menschen kennen gelernt und faszinierende Orte gesehen.
Leider, leider habe ich gerade nicht so richtig viel Zeit um euch ausführlich von meinen Erlebnissen zu berichten und zudem macht mir mein Laptop einen Strich durch die Rechnung....

Als erstes bin ich in die Northern Region gereist- nach Tamale die Hauptstadt der Region. Hoch im Norden ist es deutlich heißer, so an die 40 Grad und es ist staubtrocken. Die Luftfeuchtigkeit sinkt an macnhen Tagen gerade mal auf 15%. Tamale ist die 4. größte Stadt Ghanas und hat ca. 250.000 Einwohner. Ich habe mich in Tamale wohl gefühlt. Die Stadt ist gut zu überblicken und kann leicht zu Fuß, mit dem Rad oder Motorbike erkundet werden. Touristische Angebote gibt es im europäischen Sinne eingentlich kaum, aber man kann sich den Central Market, das Kulturzentrum, den Kunsthandwerkermarkt, die katholische Kirche und Moschee anschauen. Ein netter Angestellter aus dem Guesthouse hat mich mit seinem Motorbike etwas durch die Stadt gefahren. Abends war ich was essen und habe die ersten „Weißen“ getroffen.



Am Freitag ging es dann weiter zum Mole Nationalpark. Da wurde meine Geduld doch ganz schön auf die Probe gestellt, denn es fährt täglich nur genau ein großer Reisebus nach Mole und dieser wollte und wollte nicht kommen. Morgens um 6 Uhr habe ich mich bereits in eine Liste eintragen müssen und mir somit einen Platz im Bus reserviert. Die Frau am Fahrkartenschalter sagte, dass ich um 12 Uhr wieder da sein muss um das Ticket zu kaufen, denn der Bus kommt um 12.30 Uhr. Gut ich war schon um 11 Uhr da und dann ging das lange warten los. Letztendlich kam der Bus um 17 Uhr und ist um 18 Uhr abgefahren. In der Wartezeit habe ich mich mit anderen Weißen unterhalten, habe das Treiben beobachtet und wenn der Hunger kam dann habe ich einfach bei dem mobilen Cateringservice zugeschlagen :-)



Nach meiner ersten Nacht im Schlaafsaal des Mole Nationalparks sind wir morgens zur „Fußsafari“ aufgebrochen. Unser Guide war nett und hat uns auch einige Informationen zu dem Park und der Pflanzen- und Tierwelt gegeben. Der Park wurde 1971 gegründet und ist ca. 4200 km2 groß. Geprägt ist er von einer welligen Baum- Savanne mit schönen Akazienbaumbeständen und vielen Kleinbäumen. Etwa 93 Tiergattungen befölkern den Park, darunter 9 Amphibien- und 33 Reptilienarten, außerdem Löwen, Leoparden und andere Wildkatzen. Beste Reisezeit ist in der Trockenzeit von November bis Mai. Die Tiere sind dann durchstig und kommen oft zu dem großen Wasserloch direkt unterhalb des Motels. Unterwegs haben  wir Krokodiele, Affen, verschiedenste Antilopenaten, Eidechsen (obwohl es von denen überall in Ghana nur so wimmelt), Warzenschweine und Vögel gesehen. Die ganze Gruppe hat darauf gefiebert Elefanten zu sehen, aber wir wurden enttäuscht :-(. An den 3 Tagen, die ich vor Ort war hat niemand einen Elefanten zu Gesicht bekommen.





Meine 2. Nacht habe ich zusammen mir 3 Norwegerinnen mitten im Park verbracht. Wir haben auf einer Aussichtsplattform unter freiem Himmel übernachtet. Das war ein überweltigendes Erlebniss: der wunderbare Sternenhimmel, die Geräusche der Tiere, Naturpur... da fehlen mir die Worte....




Am nächsten Morgen hat uns unser Guide, der die ganze Nacht über bei uns war, zurück zum Motel gebracht. Es war eine schöne Wanderung aber mal wieder ohne Elefanten. Am Motel habe ich am Swimmingpool relaxt ehe ich mich dann zur Magnori Eco Village aufgemacht habe.



Magnori Eco Village ist ein Dorf im Nationalpark. Die Menschen leben ohne jeglichen Kompfort- ohne Elektrizität, ohne fließend Wasser, ohne Toilette, ohne Supermarkt, Autos usw. Wenn man glück hat kommt mal ein Auto vorbei oder Mottorad welches einen dann in die nächste Stadt (Larabanga) oder zurück zum Motel bringen kann. Ich habe für gerade mal 5 Euro im Shiefhaus übernachtet und habe zudem noch Abendessen und Frühstück bekommen. Da es in den Lehmhütten zu warm ist habe ich auch dem Dach des Hauses übernachtet. Die Häuser der Familien sind im Kreis angeordnet. So entsteht in der Mitte ein Platz auf dem sich das Leben abspielt. Es gibt eine Art Nasszelle, die gleichzeitig zum Urinieren genutzt wird. Für das große Geschäft muss man sich in die Büsche schlagen. Das Dorf lebt eigentlich komplett von der Landwirtschaft und deren Ertragnissen. Eine Frau verarbeitet die Sheanut zur Sheabutter und verkauft sie an Touristen und wohl auch auf dem Markt in Larabanga. Ich kann euch sagen, dass es wirkliche Knochenarbeit ist und ich von nun an nurnoch Fair Trade Sheabutter im Boddyshop kaufen werde!






An meinem 5 Tag habe ich mich von Magnori Eco Village verabschiedet und habe mich auf dem Weg nach Bolgatanga gemacht. Auf meinem Weg habe ich einen kurzen Zwischenstop in Larabanga eingelegt um die älteste Moschee von Ghana zu besichtigen. Leider ist nur Gläubigen erlaubt das Innere zu betreten, aber von außen ist sie schon sehr beeindruckend. Die einzigartige Moschee, ganz aus Lehm errichtet, wurde 1412 errichtet und steht seit der Jahrtausendwende auf der UNESCO geführten Liste der 100 meist gefährdeten Kulturgüter der Welt.

So ihr Lieben das war es erstmal von mir. Ich melde mich nächste Woche mit: Urlaub- Klappe die 2.
Ein Virenscanner hat nun ein paar von den gemeinen Viren getötet und ich hoffe, dass es jetzt evt. wieder klappt.....
Machts ganz gut!






           

Weltuntergang

Bevor die Welt heute untergeht möchte ich doch noch ein kurzes Lebenszeichen von mir zu euch senden :-)

Leider, leider spinnt mein Laptop seit ein paar Tagen- ich kann nichts mehr speichern :-( und natürlich habe ich keine Ahnung woran das liegt und was ich machen muss um dieses Problem zu beheben (genügend Speicherplatz habe ich). So sitzte ich jetzt also im Internetcafe und muss hier direkt meine Berichte schreiben und evt. kann ich auch emails beantworten, aber freut euch nicht zu früh :-)

Mittwoch, 27. April 2011

Was hier so läuft


1.: Albert und Jeanette waren für 3 Wochen in PCC und sind jetzt wieder in Holland. In der Zeit wurde das Educationcenter eröffnet. Es gibt jetzt einen neuen Computerraum, ein Office, einen Education Store und 2 überdachte Plätze an denen die Kinder spielen und lernen können. Jeden Tag von 15 bis 16 Uhr sitzten die Kinder nun an den Tischen mit den Caregivern und spielen die verschiedensten Spiele: Memorie, Domino, Puzzle, Kartenspiele, Lego..... Richtig, richtig tolle und hochwerige Sachen aus Europa! Ich hoffe sehr, dass alle daran ihren Spaß haben und es so laufen wird, wie Albert und Jeanette es sich das wünschen.

2.: Lena ist wieder da! Sie hat Ghana bereits nach 6 Monaten Deutschland so doll vermisst, dass sie uns nun besuchen kommt. Ich habe sie am Donnerstag abend vom Flughafen in Accra abgeholt. In den 3 Monaten, die wir zusammen in PCC verbracht haben, haben wir uns richtig gut verstanden und auch jetzt ist es als wäre sie nie weg gewesen. Die erste Nacht haben wir gequatscht bis um 2 Uhr und als wir am nächsten morgen aufgewacht sind ging es mit dem erzählen nur so weiter. Wir haben die erste Nacht in Accra geschlafen und sind dann mit dem Tro Tro für 4 € nach Kumasi gefahren. Dort haben wir bis Monatag morgen bei Amma und Ben übernachtet. Amma und Ben sind Freunde von Lena und mir. Amma war mal Freiwillige bei PCC und Ben war ebenfalls Caregiver. Im Momaent sind sie dabei ihre eigene NGO zu gründen. 

3.: Hier sind Ferien und das heißt, dass der Workshop um 12 Uhr schließt, ich dann Lisa fütter und ab dann Freizeit habe! Die Ferien sind auch die Zeit, in der ich am besten Uralub nehmen sollte. Somit werde ich mich morgen für 2 Wochen auf die Reise begeben. Ich habe vor alleine zu reisen, aber es wird nicht so einfach sein wirklich alleine zu sein, denn man trifft immer auf weiße und natürlich schwarze Menschen. Ich werde auf jeden Fall zum größten Nationalpark Ghanas, dem Mole Nationalpark reisen, die Volta Region besichtigen und auch bewandern und und und.
Unterwegs wird es vielleicht nicht so einfach sein euch von meinen Erlebnissen unterwegs zu berichten, aber ich versuche mich auf jeden Fall kurz zu melden, damit ihr sicher gehen könnt, dass es mir gut geht :-)

4.: Das Osterwochenende habe ich in Nkawkaw verbracht. In dieser Stadt findet seit 2004 das Ghana Inerternational Paragliding Festival statt. Für nähere Informationen könnt ihr mal die Website vorbeischauen: www.ghanaparaglidingfestival.com.
Ich bin am Samstag morgen um 5 Uhr in der Früh los und war um 10.30 Uhr in Nkawkaw.  Diese Stadt ist ein wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt mit Verbindungen nach mehreren Seite. Nkawkaw liegt genau in der Mitte zwischen Kumasi und Accra und ist das Tor zum gesamten Kwahu- Bergland. Von der Stadt führen Straßen hinauf auf die Berge, unter anderem nach Mpraso- Atibie wo das Paragliding stattgefunden hat.
Was habe ich also auf dem Paraglidingfestival gemacht? Ja natürlich Paragliding geflogen. All das, was ich in Deutschland nie gemacht habe, dass mache ich in Ghana :-) Samstag war ich leider schon zu spät dran um mich noch in der Liste eintragen zu können, aber es war schon klasse die anderen fliegen zu sehen und den Ausblick zu genießen. Überall wurde Musik gespielt, die Stimmung war klasse und alle haben den Tag einfach nur genossen. Es war sehr ungewohnt so viele Weiße zu sehen und es waren tatsächlich auch viele Deutsche unter ihnen. Übernachtet habe ich bei einem Freund von Brendon. Das ganze Haus wurde von Americaner beschlagnahmt. Abends war ich mit ca. 30 Americanern/innen auf einer Privatparty. Es war nett, aber ich hätte viel, viel lieber mit den Ghanaen in irgendeinem Spot gefeiert.
Am Sonntag bin ich mal wieder sehr früh um 5.30 Uhr aufgestanden und bin dann mit dem Taxi hoch in die Berge gefahren, um mich für das Paragliding eintragen zu lassen. Als ich um 7 Uhr da war, waren tatsächlich schon 7 Leute vor mir da und vom Vortag standen noch 19 Leute auf der Liste, die wegen Zeiterzögerungen nicht mehr fliegen konnten.
Um 9 Uhr kamen die Piloten, aber leider, leider konnte noch nicht geflogen werden, da die Berge voll mit Nebel bedeckt waren. Also hieß es mal wieder warten, dass das Wetter besser wird. Um 11 Uhr konnte dann endlich gestartet werden, obwohl noch überall Wolken waren und man vom Berg auch nicht die Stadt sehen konnte. Ich saß noch ganz relaxt auf meinem Platzt, als mich dann ein Pilot ansprach: „ Hast du schon bezahlt?“ Ich bejahte und dann antwortete er: „Gut dann lass uns fliegen.“ Ich sagte ihm noch, dass ich erst Nummer 23 auf der Liste bin, aber er sagte nur es sei ihm egal und ehe ich mich versehen habe, hatte ich schon meinen Helm auf und das Geschirr an. Das Segel (ist das das richtige deutsche Wort?) wurde auf dem Boden ausgebreitet und ich wurde vor den Piloten geschnallt. Er sagt, dass wir gleich starten und das einzige was ich zu tun habe wäre den Berg hinunter zu rennen, zu rennen und zu rennen. Auch wenn wir schon in der Luft wären sollte ich noch weiter rennen, damit ich nicht falle, falls wir beim Start an Höhe verlieren sollten. Er zählte bis 3 und dann sind wir gerannt. Es war mehr rennen auf einer Stelle, denn der Fallschirm hat ziemlich gleich Wind gefangen und gezogen. Alles hat gut geklappt und nach ein paar Sekunden waren wir schon in der Luft. Es ging alles so so schnell, dass auch keine Zeit blieb um wirklich aufgeregt zu sein. Direkt nach dem Start waren wir erstmal in einer riesigen Wolke gefangen. Wow man sieht wirklich überhaupt nichts außer diese Wolke- unglaublich. Wir sind tiefer geflogen um aus der Wolke heraus zu kommen und dann war da diese atemberaubende Landschaft. So wunderschön!! Berge erstreckten sich zu den Seiten und unter einem der
Regenwald! Man sitzt richtig kofortabel in dem Geschirr und ich konnte die Freiheit in der Luft total genießen! Ein irres Gefühl! Wir waren für ca. 15min in der Luft und haben dann zur Landung angesetzt. Hier das gleiche Spiel: rennen/ laufen damit man nicht fällt. Leider kam aber nochmal Wind auf, wir waren noch zu schnell und am Ende haben wir dann ne kurze Bauchlandung hingelegt :-) Aber wirklich überhaupt nicht schlimm! 
Es war ein super, super Erlebniss und ich kann es jedem nur enpfehlen es selber auszuprobieren. Das wir durch die Wolken geflogen sind war selbst für den erfahrenen Pilot super klasse, denn es kommt selten vor, dass man in dem Moment starten kann!

4.: Oh mein Gott ich habe nurnoch 2,7 Monate! Es ist nicht so, dass ich euch nicht vermisse, aber in einem Jahr Ghana baut man sich ein Leben auf und dieses muss ich dann mehr oder weniger komplett aufgeben.

5.: Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich es im Moment nicht schaffe Emails zu beantworten. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht zu übel! 

6.: Mir geht es geht :-). Fühlt euch von mir umarmt und genießt den Frühling in Deutschland!

Mittwoch, 13. April 2011

Geburtstag

Ja richtig ich hatte Geburtstag :-) Mein Gott jetzt bin ich doch schon 25 Jahre jung!! Ich danke euch allen für die Glückwünsche, Karten, Päckchen usw. Ihr seit großartig!

Im Vorfeld meines Geburtstages habe ich mir schon ein paar Gedanken gemacht, wie ich den Tag für mich gestalten will. Es war garnicht so einfach. Ich wollte natürlich Zeit mit meinen Freunden von PCC verbringen, mit ihnen feiern, aber auch was kleines den Kinder geben. Hört sich ja eigentlich ganz einfach an, wenn da nicht das liebe Geld wäre und eifersüchtige Kinder und vor allem Caregiver die den Plan erschwerten.
Von Anfang an stand für mich fest, dass ich nicht ganz PCC zu Getränke oder Eis einladen will, wie es manch andere Freiwillige vor mir schon mal gemacht haben. Ich wollte nur Leute um mich herum haben, mit denen ich viel zu tun habe und die meine Freunde sind. So kam dann die Idee zu stande, dass ich alle Caregiver aus dem Workshop abends zu Reis mit Hühnchen und einem Getränk einlade. Ich habe darüber mit meinen Chef Paul gesprochen, denn seine Geburtstage gestaltet er fast genauso. Netter Weise hat er mir angeboten, dass ich in seinem Haus feiern und auch kochen kann.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Wie nur ein Getränk? Ja ihr habt richtig gelesen für jeden gab es nur ein Getränk und alle waren damit hochauf zufrieden!! Natürlich könnte ich es mir leisten auch noch für meine 12 Gäste ein 2. oder 3. Getränk auszugeben, aber das würde wieder zeigen, wie reich ich als „Weiße“ doch bin. Ihr müsst wissen, dass sich so eine Geburtstagsfeier wahrscheinlich niemand von den Caregivern leisten könnte. Sie verdienen gerade mal 45 € im Monat, kriegen dazu noch Frühstück und Abendessen und natürlich die Unterkunft sowie Strom gestellt und bezahlt. Trotzdem ist es für die Arbeit, die sie leisten doch wirklich wenig.
Als der 4. April dann kam hat mir morgens vor dem Frühstück kaum jemand gratuliert (abgesehen von den „Weißen“ und 2 Caregivern). Alles lief normal ab. Doch dann hat meine Computerklasse für mich gesungen und im Anschluss der ganze Workshop. Das war sehr nett. Um 11 Uhr gab es für jeden aus dem Workshop Eis und alle haben es genossen.




                                                           Foto: Bernice


In der Mittagspause gab es eine richtig deutsche Kaffeetafel. Ich hatte dazu Albert und Jeanette, die beiden Freiwilligen Susanne und Regina sowie Patricia (eine Freundin von PCC) eingeladen. Den Tag vorher hatte ich einen Banaen- und einen Schokoladenkuchen gebacken. Köstlich, köstlich! Man lernt solche Dinge wirklich zu schätzen :-).
Geschenke gab es auch: unteranderem von Albert und Jeanett echten Gouda aus den Niederlanden! Ich bin halb ausgerastet. Seitdem ich in Ghana bin habe ich keinen richtigen guten Käse mehr gegessen. Von Regina habe ich ein altes Handy bekommen, welches sie aus Holland mitgebracht hat, da mein eigentliches immer mehr den Geist aufgibt.

Im Anschluss bin ich zu Pauls Haus und habe Diana beim Kochen geholfen. Sie hatte die Soße schon fertig zubereitet und zusammen haben wir dann das Hühnchen frittiert und den Reis gekocht. 
                                                           Foto: Diana

Dann habe ich noch Stühle, Teller und was man so alles braucht geholt und schwubs da standen schon die ersten Gäste in der Tür. Wie auch schon in Deutschland war ich gewohnt kaotisch und spät dran. Aber zum Glück sind die Ghanaen ganz unkompliziert und haben noch schnell geholen Getränke zu holen und dann bin ich mich wenigstens noch umziehen gegangen.
Als ich zurück kam saßen alle vor dem Fernseher und haben ne DVD geguckt. Keiner hat auch so richtig Notiz von mir genommen.
Ich habe mich erstmal zu ihnen gesellt, aber dann wurde doch schonmal das Essen vorbereitet. 13 Teller standen auf dem Boden und das Essen wurde verteilt. Immer wenn ich einen Schritt über das Essen gemacht habe, habe ich kurz gebetet, dass nichts unter meinen Fußsohlen klebt, was auf das Essen fallen könnte :-)
Hanna fragte mich wer denn das „Opening“ macht. Und ich sagte wie das „Opening“? Sie meinte ich müsste eine Person bestimmen, die sozusagen durch den Abend führt. Nun gut ich habe Emma gefragt, ob er es machen könnte und er war auch sofort einverstanden. Er hat um die Aufmerksamkeit der Gäste gebeten, erklärt warum wir hier sind (nicht das es alle wussten) und dann haben sie für mich gesungen. Sofort danch ging die Party los. Musik wurde angemacht, die Stühle und Tische bei Seite geschoben und wie auf Knopfdruck haben alle getantz. Das erstaunt mich immer ieder wie schnell sie doch in Stimmung kommen und niemand hat Hemmungen zu tanzen.
Nach na halben Stunde tanzen gab es die nächste kurze Ansprache: Food is ready :-) und dazu wurden auch die Getränke gereicht. Es sind tausende von Fotos allein vom Essen entstanden. Jeder hier ist verrückt nach Bilder und sie können dann auch posen ;-)

                                                  Foto: Hanna, ich, Cinthia, Vida             
                             

                                                              Foto: Amisa


Nach dem Essen wurde wieder ordentlich Party gemacht. Es hat riesig viel Spaß gemacht ausgelassen zu tanzen.
Um 19.50 Uhr hat Emma die Party dann geschlossen, da alle Caregiver dann bei ihren Kindern sein müssen.
Es war ein gelungener Tag!!

                                           Foto: Diana, Amisa, ich, Elisabeth, Samuel

Spontaner Frisurenwechsel

In Ghana geht man nicht zum Friseur um sich die Haare schneiden zu lassen wie es bei uns üblich ist- nein man geht zum Friseur um sich Kunsthaar einflechten zu lassen. Als ich nach Ghana gekommen bin habe ich zu Anfang echt gedacht: Wow haben die alle schöne Haare und können sich so tolle Frisuren damit machen. Ja ja…. Schnell bin ich dann doch dahinter gekommen, dass die meisten Ghanaen kürzeres Haar haben und das im Gegensatzt zu meinem Haar richtig harte „Borsten“ sind. Es ist nicht möglich, dass sie sich ihre Haare bis zum Po wachsen lassen. Um sich diesen Traum aber doch erfüllen zu können gehen sie zum Friseur und lassen sich Kunsthaar einflechten oder sogar einnähen. Das erste mal habe ich vielleicht blöd geguckt als ich gesehen habe wie jemanden Haare angenäht worden sind. Dazu wird das eigene Haar eng am Kopf geflochten und daran wird dann das Kunsthaar genäht.
Andere wiederrum lassen sich Rasters flechten oder, oder, oder.

Als ich Johanna in Kumasi besucht habe hatten wir spontan die Idee uns doch auch Rasters flechten zu lassen. Ganze 5 Stunden hat es gedauert und es tat auch ziemlich weh. Sie haben am Haar gezogen und wirklich versucht das Kunsthaar so nah wie möglich an die Kopfhaut zu bringen. Johanna und ich haben mehr oder weniger vergeblich versucht ihnen zu erklären, dass sie nicht so ziehen sollen, weil wir schließlich unsere Haare danach noch naturpur tragen wollen im Gegensatz zu ihren ghanaischen Landsleuten.
Das Ergebnis war zuerst ziemlich ungewohnt, aber dann doch schön :-). Ganz PCC war begeistert und einigen Kindern ist sogar auch aufgefallen.

Leider hat es aus irgendeinem Grund vom ersten Moment an ziemlich gejuckt und ich habe mich nach 6 Tagen von ihnen getrennt.