Nein keine Panik ich habe nicht geheiratet und habe es auch nicht vor!
Jetzt lebe ich schon über eine Woche in der Stadt, in meiner neuen Familie. Zeit vergeht hier wirklich wie im Flug
Es ist schon viel passiert in der Zeit und ich versuche euch daran teilhaben zu lassen.
Letzten Samstag war ich auf einer Hochzeit. Es war wirklich komplett anders als in Deutschland. Geheiratet hat eine Freundin von meiner Gastschwester. Hochzeiten in Ghana sind für alle frei zugänglich, man muss nur der selben Kirche angehören und schon kann man daran teilnehmen. Somit kann es sehr gut sein, dass man das Brautpaar eigentlich nicht kennt (so wie ich), man geht aber trotzdem hin. Theresa (sie wohnt in dem gleichen Haus wie ich und kannte das Brautpaar auch nicht) und ich wurden vom Pfarrer mit dem Auto abgeholt. Theresa sagte mir, dass es um 11 Uhr beginnt und somit war ich natürlich pünktlich um 10.45 Uhr fertig gestylt. Ja ich habe mich zum ersten mal wieder geschminkt und schicke Kleidung angezogen :-). In Ghana richtet sich aber niemand so wirklich nach der Uhrzeit und somit wurden wir erst um 12.15 Uhr abgeholt. Vor Ort angekommen musste ich dann feststellen, dass wir immer noch zu früh sind, denn außer uns waren vielleicht 20 andere Gäste da. Der Ort an dem gefeiert wurde war ein großer Platz. Es gab drei getrennte Bereiche zum Sitzen- einen für die Familie von der Braut, einen für die Familie von dem Bräutigam und den größten für die Kirchenmitglieder. Wir haben dann auf Plastikstühlen in der ersten Reihe der Kirchenmitglieder gesessen und gewartet, dass so langsam die Gäste eintrudeln. Die ganze Zeit über wurden wir von super lauter Musik beschallt. Zwischendurch hat auch die Band mal ein paar Lieder zum Besten gegeben. Um 13.30 Uhr fing dann das Programm an, obwohl noch immer nicht alle Gäste da waren. Das Programm hat ein Mann geleitet und damit auch wirklich jeder ihn hören konnte, hat er wie ein wahnsinniger in das Mikrophon geschrien. Begonnen hat es damit, dass sich die Familien gegenseitig begrüßt haben. Zuerst ist die eine Seite aufgestanden und hat die andere Familie begrüßt und anders herum. Anschließend wurden beide Familie namentlich vorgestellt und auch die Pfarrer und wichtigsten Kirchenmitglieder wurden begrüßt. Dann wurde eine kurze Predigt gehalten und gebetet. Im Anschluss hat die Liveband gespielt und eine Handvoll Menschen hat dazu getanzt. Ab dann drehte sich in meinen Augen alles nur noch ums „Geld eintreiben“.Denn es scheint nicht üblich zu sein, dass jeder ein Geschenk mitbringt. Es wurden Briefumschläge verteilt und jeder der wollt konnte Geld hinein stecken und auf den Umschlag etwas draufschreiben. Ein Luftballonbogen wurde aufgestellt und jeder der Geld gab, durfte einen zerstechen. Die ganze Zeit über wurde pausenlos alles von dem Sprechen kommentiert und er hat die Leute angetrieben Geld zu geben. Das Geld von den Frauen hat eine Person gesammelt und das von den Männern eine andere. Somit entstand irgendwann ein richtiges Duell zwischen Männern und Frauen. Der Sprecher wurde immer lauter vor Aufregung, wer denn nun mit dem Geldstand vorne liegt und die Stimme hat sich fast überschlagen. Wer am Ende nun gewonnen hat kann ich leider nicht sagen. In dem ganzen Trubel wurde dann so nebenbei zuerst die Braut und dann der Bräutigam zu seinem Platz geführt. Die Braut trug ein schönes weißes Kleid und der Mann eine traditionelle „Tracht“. Nach dem „Geldeintreiben“ wurde zur Livemusik getanzt. Auch ich wurde von meinem Gastbruder zum Tanzen aufgefordert und es dauerte keine Minute, bis ich umringt war von ghanaischen jungen Männern. Das Interesse an einer weißen Frau ist wirklich riesig und ich habe es auch nur für ein Lied ausgehalten. Im Anschluss wurde die Trauung vollzogen. Leider habe ich (wie die ganze Zeit über) nichts verstanden, da Twi gesprochen wurde. Aber das Brautpaar wurde auch gesegnet, die Ringe wurden getauscht und sie haben sich geküsst (in Ghana küsst man sich ansonsten nicht in der Öffentlichkeit). Das Brautpaar durfte sich wieder hinsetzten und es wurde eine Predigt gehalten. Die Zeit über konnte der Sprecher neue Energie sammeln um im Anschluss alle Geschenke zu kommentieren und die Wünsche von den Umschläge vorzulesen. Während
Während dessen wurde an die ca 320 Gäste das Essen verteilt. Für jeden gab es in einem „Wärmebehälter“ Jollof (ein Reisgericht). Dieses wurde morgens von meiner Gastschwester und anderen Freunden zubereitet. Für spezielle Gäste (auch für mich, da ich weiß bin) gab es noch ein Getränk und ein Eis. So ziemlich jeder Gast (auch wir) hat alles mit nach Hause genommen und dort gegessen. Um 17.20 Uhr hat uns der Pfarrer dann wieder nach hause gefahren und die Feier war beendet. Zuhause haben wir dann unser Essen gegessen.
Ich muss wirklich sagen, dass ich alles ziemlich unpersönlich fand, niemand hat dem Brautpaar so richtig gratuliert (ich auch nicht), es wurde nicht zusammen gegessen und getrunken. Bis jetzt sind mir deutsche Hochzeiten auf jeden Fall lieber, aber wer weiß, vielleicht gewöhn ich mich dran....
Hallo Ina, Deine Erlebnisse sind sehr interessant und super geschrieben, ich freue mich, dass wieder alles prima läuft. Bei Deinen Berichten vergesse ich glatt mein Buch weiter zu lesen, ich bin echt begeistert. Hab' gestern auch mit Deiner Mama gesprochen und sie erzählte mir von Deinen Eindrücken. Du glaubst garnicht, wieviel Gelegenheiten es gibt, wo man auf das Thema kommt und sich mitteilen kann, dass Du ein Freiwilligenjahr in Ghana machst. Du, ich hab' da so eine Idee, wenn das zu aufwendig für Dich ist, dann halt nicht. Aber Du weißt doch, das Rosi immer einen Weihnachtsmarkt macht, wo sie ihre alternativen Sachen verkauft. Letztes Mal waren auch noch andere Stände da. Wenn ich mit ihr rede und wir einen "Ghanastand" machen, würden wir die gebastelten Sachen verkaufen und kriegen vielleicht noch einen Monat zusammen. Voraussetzung ist natürlich, dass Du sie an der Quelle sehr viel günstiger erstehst und uns günstig schicken kannst. Geht das??? Liebe Grüße von Torben, der telefoniert wieder, wie immer und wir müssen gleich los! Lass es Dir gut gehen und mach' keine Dummheiten, von wegen gewöhn ich mich dran...
Hallo Ina,
AntwortenLöschenDeine Erlebnisse sind sehr interessant und super geschrieben, ich freue mich, dass wieder alles
prima läuft. Bei Deinen Berichten vergesse ich glatt mein Buch weiter zu lesen, ich bin echt begeistert.
Hab' gestern auch mit Deiner Mama gesprochen und sie erzählte mir von Deinen Eindrücken.
Du glaubst garnicht, wieviel Gelegenheiten es gibt, wo man auf das Thema kommt und sich mitteilen kann, dass Du ein Freiwilligenjahr in Ghana machst.
Du, ich hab' da so eine Idee, wenn das zu aufwendig für Dich ist, dann halt nicht. Aber Du weißt doch, das Rosi immer einen Weihnachtsmarkt macht, wo sie ihre alternativen Sachen verkauft. Letztes Mal waren auch noch andere Stände da. Wenn ich mit ihr rede und wir einen "Ghanastand" machen, würden wir die gebastelten Sachen verkaufen und kriegen vielleicht noch einen Monat zusammen. Voraussetzung ist natürlich, dass Du sie an der Quelle sehr viel günstiger erstehst und uns günstig schicken kannst.
Geht das???
Liebe Grüße von Torben, der telefoniert wieder, wie immer und wir müssen gleich los!
Lass es Dir gut gehen und mach' keine Dummheiten, von wegen
gewöhn ich mich dran...