Donnerstag, 17. Februar 2011

Zwischenseminar


Vom 19. bis 23.02.11 bin ich auf meinem Zwischenseminar. In den Weltwärtsregeln ist festgehalten, dass jeder Freiwillige ein Recht auf ein Zwischenseminar in seinem Land hat. Wir (von bezev) werden an dem Seminar von der Kinderhilfe Westafrika teilnehmen. Bezev gestaltet kein eigenes Seminar in Ghana, denn wir wären nur 2 Personen und das ist für einen adäquaten Austausch doch zu wenig :-) Johanna (Freiwillige von bezev, arbeitet an einer Schule in Kumasi) und ich werden uns gemeinsam am frühen Samstag morgen nach Jirapa aufmachen. Jirapa liegt im hohen Norden von Ghana in der Upper West Region. Laut meinem Reiseführer ist der Norden am wenigsten von der europäischen Kultur tangiert- eine Reise zurück zu den eigentlichen Wurzeln des Landes. Ich bin sehr gespannt und werde euch natürlich davon berichten. Bis zum 27.02. habe ich dann noch frei und werde mir wahrscheinlich den Mole Nationalpark anschauen, aber so wie ich mich kenne könnte es auch passieren, dass ich spontan meine Pläne ändere....

Aufmerksame Leser werden sich jetzt wahrscheinlich fragen: Und was ist mit Anja? Ist sie nicht auch mit bezev in Ghana?
Ja richtig: Auch Anja war mit bezev in Ghana und hätte an diesem Seminar teilgenommen. Hätte, wenn sie nicht letzten Donnerstag zurück nach Frankfurt geflogen wäre. Anja ging es leider von Anfang an in Ghana nicht gut und konnte hier nicht ankommen. Sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber sie ist dann doch ihrem Herzen gefolgt und das ist immer die richtige Entscheidung. Ich hatte eine unvergesslich tolle Zeit mit Anja und habe eine Freundin in ihr gefunden. Ich bin ihr unendlich dankbar, dass sie mich während ich krank war so unglaublich unterstützt hat. Ohne sie hätte ich nicht gewusst wie ich es überstanden hätte. Aufgrund 2er Engel konnte ich Anja in einem Privattaxi nach Accra zum Flughafen begleiten und mich von ihr verabschieden.

Ich melde mich in 2 Wochen wieder bei euch mit hoffentlich tollen Erlebnissen.... Lasst es euch auch gut gehen!

Samstag, 12. Februar 2011

Krank


Jetzt hatte es mich doch so richtig erwischt. Ich war krank. Was sich erstmal harmlos anhört war leider alles andere als harmlos. In Deutschland bin ich so gut wie nie krank, aber in Ghana, wo die Gesundheitsversorgung so besonders gut ist, habe ich dann direkt mal in die vollen gegriffen :-)

Anja und ich sind am Sonntag den 24.01. vom Bui Nationalpark zurück gekommen. Auf den letzten Metern bevor wir PCC erreichten wurden wir beide schon von Bauchschmerzen begleitet, ich habe mich schwach und ausgepowert gefühlt. Das haben wir aber erstmal auf das anstrengende Wochenende geschoben. Auf PCC habe ich mich ausgeruht und dachte, dass danach wieder alles in bester Ordnung sei. Dem war natürlich nicht so: ich habe leicht erhöhte Temperatur entwickelt (38,4°). Ich hab mir nichts weiter dabei gedacht und bin noch mit Anja in die Stadt gelaufen, um mit meiner Familie zu skypen. Zurück auf PCC stieg das Fieber jedoch immer mehr. Der Verdacht lag nahe, dass ich jetzt doch Malaria habe. In der Nacht stieg das Fieber leider auf 40° und mir ging es von Stunde zu Stunde schlechter. Am nächsten morgen haben Anja und ich beschlossen ins St. Theresa Krankenhaus von Nkoranza zu gehen, um mich untersuchen zu lassen. Ihr müsst wissen, dass es in Ghana kein Hausarztsystem oder was vergleichbares gibt. Jeder, der krank ist, muss zum Krankenhaus gehen, um sich dort behandeln zu lassen.
Als erstes musste ich 10 Cedis für eine Krankenakte bezahlen, wurde dann gewogen, Blutdruck gemessen und Fieber gemessen. Das Fieber ist in der Zwischenzeit auf 36° gesunken, was auch eigentlich typisch für Malaria ist. Dann mussten wir warten, dass der Arzt für uns Zeit hatte, aber da wir ja weiß sind, ging das ziemlich zügig und wir kamen vor den anderen wartenden dran. Der Arzt hat sich meine Symptome angehört und sofort die Diagnose Malaria gestellt. Trotzdem er sich so sicher war, bestand ich trotzdem darauf, einen Bluttest machen zu lassen. Also sind wir zum Labor gegangen und mir wurde auf wirklich
abendteuerlicherweise Blut abgenommen. (Aber die Spritzen und so waren steril). Nach 30 min war das Ergebnis da und wir mussten wieder zum Arzt. Der Bluttest konnte Malaria nicht nachweisen, aber laut Arzt ist das mit den Test hier auch nicht immer möglich. Er hat mir dann Malariatabletten verschrieben. Diese musste ich zuerst an der „Kasse“ zahlen und musste dann zur Krankenhausapotheke um die Medis zu bekommen. Auch hier wurde ich bevorzugt behandelt. Mir wurden sofort meine Medis ausgehändigt, obwohl ca. 40 Leute vor mir in der Schlange waren. (Eigentlich finde ich es furchtbar, dass weiße Menschen bevorzugt behandelt werden, aber mir ging es so schlecht, dass ich in dem Moment wirklich dankbar dafür war). Zurück auf PCC habe ich die ganzen Tage und Nächte in meinem Bett verbracht. Von Tag zu Tag wurde ich schwächer. Das Fieber kam immer wieder in Schüben und wurde von Schüttelfrost begleitet. Sank das Fieber, dann habe ich geschwitzt, geschwitzt und geschwitzt. Meinen Appetit habe ich komplett verloren in der Zeit. Anja hat sich super um mich gekümmert. Sie hat mir immer Wasser geholt, sich um mich gekümmert und auch Essen gekocht. Ich rechne ihr das sehr hoch an, denn wenn ich einen Tag etwas Reis gegessen habe, dann konnte ich es an den nächsten Tagen nicht mehr essen, denn mein Körper hat gegen alles Ekel entwickelt. Sie hat also immer probiert, mir was anderes zuzubereiten, damit ich überhaupt ein paar Bissen herunter bekomme. 

Am Donnerstag morgen waren alle Malariatabletten aufgebraucht, aber ich habe mich deutlich schlechter gefühlt als noch am Monatag. Inneke Bossmann (Tropenmedizinerin, Gründerin von PCC) kam vorbei und meinte, dass ich unbedingt noch mal ins Krankenhaus müsste. Glücklicherweise hat sie Anja und mich mit ihrem Auto zum Krankenhaus gefahren und war auch die Zeit über mit uns dort. Die gleiche Prozedur wie am Montag ging los: wiegen (5 kg weniger als noch am Monatag), Blutdruck und Fieber messen. Dieses mal war das Fieber bei 38,5° und die Krankenschwester meinte ganz verwundert: Oh du bist wirklich krank und hat mich sofort ohne Umwege zum Arzt gebracht. Dieses mal war es ein spanisches Ärzteehepaar. Sie habe sich wieder meine Krankengeschichte angehört und im Gegensatz zu Montag wurde ich aufgrund meines lang anhaltenden Hustens (seit Weihnachten) sogar abgehorcht und auch meine Lunge wurde geröntgt. Das Röntgen ergab, dass ich eine Bronchitis habe. Zudem meinten sie, dass meine Malariatabletten zu schwach waren und haben mir die stärksten verschrieben, die es so gibt. Dann mussten wir wieder alles bezahlen gehen. Ich habe zwar eine Krankenversicherung, aber ich muss zuerst in Vorkasse treten und muss die Rechnungen dann in Deutschland einreichen, um das Geld wieder zu bekommen. Somit gelte ich in Ghana als Privatpatient :-) und werde natürlich auch als solcher behandelt. 

Zurück auf PCC habe ich fleißig Unmengen von Tabletten geschluckt, Anja hat mir Wadenwickel (auch in der Nacht) gemacht, denn das Fieber stieg immer wieder deutlich über 39°. Zudem musste ich mich des öfteren übergeben. Je länger das Fieber anhielt, desto schwächer wurde ich. Auch Anja wurde von Tag zu Tag schwächer. Auf ihr lastete die ganze Zeit über die Verantwortung für mich zu sorgen. Niemand hat sich ansonsten um mich gekümmert. Klar kamen meine ghanaischen Kollegen jeden Tag vorbei um zu sehen, wie es mir geht, aber keiner kam mal auf die Idee zu helfen. Niemand verantwortliches von PCC hat sich mal blicken lassen. So verstrichen die Tage.

Am Sonntag kam Inneke vorbei und ich glaube, dass mein Anblick sie wirklich geschockt hat. Plötzlich musste alles ganz schnell gehen und ich sollte mir doch überlegen, ob ich nicht doch sofort nach Techiman ins Krankenhaus wollen würde. Ich habe dem dann zugestimmt und Inneke hat einen ihr bekannten Arzt dort angerufen und schon mal bescheid gegeben, dass ich komme und wir auch ein Privatzimmer benötigen. Sobald sich das auf PCC rumgesprochen hat, standen auch ganz plötzlich 2 offizielle Personen (Emma Coordinator, Mr. Buffo) von PCC in meinem Zimmer. Zuvor hat sich ja wie bereits gesagt wirklich kein Schwein um mich gekümmert. Alles blieb an Anja hängen- auch die komplette Verantwortung für meine Gesundheit und meine Behandlung. Patricia (die höchste Caregiverin) wurde auch noch
gerufen, um mir bzw. Anja beim packen zu helfen. Eigentlich haben alle das Chaos noch viel größer gemacht, aber irgendwie war dann doch alles in Taschen gepackt und Mr. Buffo hat uns zum Krankenhaus gefahren. Von der Fahrt und auch von dem Abend und der 1. Nacht im Krankenhaus weiß ich so gut wie nichts mehr. Ich saß mit Anja bei dem Arzt und war nicht mehr in der Lage zu sprechen. Anja hat die ganze Zeit mit dem Arzt geredet und ihm meine Krankengeschichte geschildert. Mir wurde Blut abgenommen und ein Zugang für Infusionen gelegt. Ich weiß noch, dass der Arzt natürlich ganz ghanaisch meinte, dass ich bald wieder „fine“ bin und mir mal keine Sorgen machen soll. Leichter gesagt als getan, denn zu dem Zeitpunkt habe ich schon 1 Woche mit dem Fieber gekämpft und 50 Tabletten geschluckt. Die Diagnose vom Arzt war soweit ich mich erinnern kann: Lungenentzündung.
Unser Privatzimmer bestand aus 2 Betten, einem Kleiderschrank, einem funktionierenden Kühlschrank!!! und einem Badezimmer. Der Arzt hat mir Infusionen und Medikamente verschrieben, die Anja erstmal bezahlen gehen musste um sie dann in der Apotheke abholen zu können. In Ghana ist es in den Krankenhäusern so, dass man immer eine Begleitperson braucht, die die Aufgaben übernimmt, die bei uns in Deutschland eine Krankenschwester eigentlich übernehmen würde.
Zum Glück meinte der Arzt noch, dass er uns am nächsten Tag eine deutsche Ärztin vorbei schicken würde.
Das wir ein Privatzimmer hatten war wirklich wichtig, denn ansonsten hätte ich mit 30 anderen Patienten in einem großen Saal gelegen und Anja hätte auf einem Stuhl oder dem Boden schlafen müssen.
Die Nacht verging irgendwie mit Fieber, schwitzen, Durchfall und erbrechen.
Morgens hat die Krankenschwester Blutdruck und Fieber gemessen und meinte natürlich auch: You will be fine. Das mein Blutdruck total im Keller war muss ja nicht noch erwähnen.
Vormittags kam dann die deutsche Ärztin und ein holländischer Medizinstudent vorbei. Der Name der Ärztin ist Dr. Maier und sie arbeitet seit 2 Jahren auf der Kinderstation des Krankenhauses. Sie wird für weitere 10 Jahre im Holly Family Hospital von Techiman arbeiten. Sie hat sich meine Krankenakte geben lassen und hat sich die Krankengeschichte auch noch mal persönlich erzählen lassen. Sie meinte sofort, dass ich ganz klar Typhus habe. Alles würde passen. Ich habe sie gefragt, wie sicher sie sich ist, denn für mich ist es die ganze Zeit so furchtbar, dass jeder Arzt was anderes sagt. Sie meinte, dass sie sich zu 100% sicher ist und sie mir es auch schriftlich geben würde. Sie sagte aber auch, dass ich geduld haben muss und das Fieber erst nach 5 Tagen weg sein würde. Sie hat dann natürlich die Medikation geändert und Anja musste sich wieder auf den Weg machen um alles zu besorgen. Ich war etwas erleichtert, denn es tat gut auf deutsch mit der Ärztin zu sprechen und sich auch verstanden zu fühlen. Von den ghanaischen Ärzten und auch Krankenschwestern habe ich mich die ganze Zeit über nicht ernst genommen gefühlt. Dr. Maier hat uns sogar noch gefragt, ob wir noch was benötigen würden und hat vorgeschlagen, dass sie uns Abendessen vorbei bringen würde und Marmelade fürs Frühstück. Anja und ich waren geplättet und haben diese Ärztin als richtigen Segen empfunden. In ghanaischen Krankenhäusern wird kein Essen und auch keine Getränke bereit gestellt. Auch darum musste sich Anja die ganze Zeit kümmern und die Lebensmittel in der Stadt einkaufen. Somit haben wir uns riesig gefreut, dass wir abends etwas warmes zum Essen bekommen.
Gegen 11 Uhr kam dann die Visite vorbei und ich habe zum gefühlten 50. mal erzählt, warum ich hier bin. Der holländische Medizinstudent war auch mit von der Partie. Wenn ich mich recht erinnere habe ich noch mal Tabletten gegen den Durchfall aufgeschrieben bekommen. Verrückter Weise sollte ich laut Tablettenplan morgens, mittags und abends jeweils 2 Paracetamol schlucken, egal ob ich zu dem Zeitpunkt Fieber habe oder nicht. Das ist doch verrückt oder?!? 8 Paracetamol am Tag und dazu noch all die anderen Tabletten, Infusionen und Spritzen. Natürlich habe ich mich immer geweigert die Tabletten zu schlucken, wenn ich kein Fieber gehabt habe. Natürlich fanden das die Krankenschwestern nicht so toll und
meinten, dass ich die Medis schon nehmen muss um gesund zu werden. Die Krankenschwestern habe mich bestimmt verflucht, denn bei jeder Tablette, die ich schlucken sollte habe ich erstmal gefragt, wofür die ist, was in den Infusionen drin ist usw. Ja ich war eine schwierige Patientin. Am Abend kam tatsächlich Dr. Maier vorbei und hat uns Kartoffeln mit Gemüse und Würstchen gebracht. Ich war immerhin in der Lage ein Würstchen und einen Bissen von der Kartoffel zu essen. Die Nachtschwester kam um mir neue Infusionen und Medis zu geben, Fieber zu messen und um mir zu sagen, dass ich bald wieder „fine“ bin. Die Tabletten gegen den Durchfall habe ich eigentlich immer sofort wieder ausgebrochen.
Morgens um 7 Uhr wurde wie immer Fieber und Blutdruck gemessen.

Der Dienstag war ein furchtbarer Tag. Morgens hatte ich schon 39° Fieber und habe 2 Paracetamol geschluckt. Das Fieber ging dann gerade mal runter auf 38,8°. Es ist dann aber wieder gestiegen. So lag ich da in meinem Bett und habe wirklich vor mich hin vegetiert. Den ganzen Vormittag und Mittag ist das Fieber nicht runter gegangen. Eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger kamen vorbei und ihnen habe ich gesagt, dass ich seit mehreren Stunden Fieber habe, schon Paracetamol genommen habe, es aber nicht runter geht. Sie haben nur gelacht und meinten, was sie tun sollen. Ich war so sauer, habe mich überhaupt nicht ernst genommen gefühlt und musste anfangen zu weinen. Damit konnten die beiden nunmal überhaupt nicht umgehen und haben noch mehr gelacht. Meinten ich sollte nicht weinen, denn das würde Anja sehr weh tun. Ich habe argumentiert, dass Anja und ich aus einem anderen Kulturkreis kommen und es ok ist, wenn ich weine. Dafür hatten sie nun mal überhaupt kein Verständnis (wie gesagt in Ghana weint man nicht). Zumindest konnten wir ihnen sagen, dass sie doch den Arzt vorbei schicken sollen. Der ghanaische Arzt und auch der holländische Student kamen vorbei und beiden hat man angesehen, dass sie Ratlos waren. Plötzlich meinten sie noch allerhand Untersuchungen mit mir machen zu müssen. Mir wurde Blut abgenommen für ein großes Blutbild und um es nochmals auf Malaria zu untersuchen, ich musste eine Stuhlprobe abgeben und meine Lunge wurde nochmals geröntgt. Der Student hat dann zugegeben, dass sie alle etwas ratlos sind und nicht wirklich wissen, was ich habe. Evt. hätte ich auch Tuberkulose. Da war es bei mir und Anja vorbei. Wir waren fertig mit der Welt und mit den Nerven. Ich wollte nur noch nach Deutschland. Wir hatten das Gefühl, dass sie einfach mal an mir rumhantieren. Ich habe meinen Papa angerufen, ihm alles geschildert und gesagt, dass ich unbedingt nach Accra in ein Krankenhaus will und dann nach Deutschland fliegen will, sobald ich transportfähig bin. Sie haben dann mit bezev und der Versicherung telefoniert. Heraus kam, dass die Versicherung mich nur dann nach Accra mit einem Krankentransport fahren lassen würde, wenn Dr. Maier ihr schriftliches OK geben würde. Dr. Maier und die Versicherung waren im ständigen Kontakt und meinten, dass ich gut aufgehoben bin Techiman. Am Abend kam Dr. Maier (auch mit Essen) und wir haben ihr die Situation geschildert. Sie war von der Idee mich nach Accra zu schicken nicht begeistert und meinte, dass ich halt noch Geduld haben muss, bis die Medis wirken. Sie ist dann noch mal raus, um meine Krankenakte zu holen, denn von den ganzen Untersuchungen die gemacht wurden sind, hat uns bis dahin natürlich niemand über die Ergebnisse aufgeklärt. Ich habe meinen Papa angerufen, weil ich so sauer und verzweifelt war, dass sie mich nicht gehen lassen will. Er hat dann mit ihr gesprochen und plötzlich war es dann doch kein Problem mehr, dass sie ein Schreiben aufsetzt und es am nächsten morgen an die Versicherung faxt, dass ich doch besser nach Accra transportiert werde. Ich war glücklich, denn an dem Tag war mir alles zu viel und ich hatte wirklich Angst um mein Leben. Dr. Maier konnte mit immerhin sagen, dass mein Stuhl ohne Befund ist, dass mein Blutbild ganz klassisch für Typhus und jetzt auch wieder Malaria stehen würde und ich zudem eine Lungenentzündung habe. Da war ich wieder mal geschockt- all diese Diagnosen. Natürlich wurden wieder meine Medikamente umgestellt- nur das Medikament gegen Typhus wurde konsequent gegeben. Am späten Abend stieg das Fieber wieder und mir ging es mal wieder richtig beschissen. Die gleiche Nachtschwester wie immer kam und sie war dann doch auch besorgt um mich.
Plötztlich fing sie an und meinte, dass sie sich um mich kümmern müsste. Sie hat sich ohne zu fragen ein Tshirt geschnappt, es klitschnass gemacht und mich von oben bis unten abgerieben. Ihr müsst euch eine richtig gut gebaute ghanaische Mama vorstellen, die mir das nasse Tshirt auf den Körper geklatscht hat. Sie hat die Beine auseinander gerissen, um auch die Schenkel ordentlich zu bewässern. Die Situation war so skuriell: Erst kümmert sich kein Schwein um mich und dann kommt diese Nachtschwester und weicht für 2 Stunden nicht mehr von meiner Seite. Sie hat sich auch noch zu Anja aufs Bett gesetzt und hat mit ihr Deutsch gelernt und versucht in ihrem deutschen Buch zu lesen. Ne es war einfach unglaublich- nachts um 1 ist sie dann endlich mal gegangen, aber sie hat uns immerhin etwas aufgeheitert und auch das Fieber ist gesunken. 

Am nächsten morgen haben Anja und ich noch mal die Köpfe zusammen gesteckt und in ruhe überlegt, wie wir jetzt weiter vorgehen und ob ich nun nach Accra soll oder nicht. Wir kamen zu dem Entschluss, dass es doch nicht gut ist, wenn ich die 7 Stunde reise und dem Medikamenten doch noch eine Chance gebe werde. Ich habe meine Eltern informiert und auch sie meinten, dass es besser wäre, wenn wir die Ruhe bewahren und in Techiman bleiben. Dr. Maier kam vorbei und sie fand unsere Entscheidung auch gut. Zum Glück ging es mir am Mittwoch auch besser. Ich musste nicht mehr erbrechen und konnte deutlich mehr essen als noch am Vortag. Eine Freundin aus Kumasi kam vorbei um mich zu besuchen. Es war gut, dass sie da war, denn so wurden Anja und ich abgelenkt und auf andere Gedanken gebracht.

Donnerstag ging es mir dann wirklich besser. Ich konnte aufstehen und im Zimmer umher gehen, alleine zur Toilette gehen, mir was zu trinken machen.... Das Fieber war weg und es hat sich so gut angefühlt. Alle Ärzte und Schwestern waren auch ganz begeistert und haben sich mit mir gefreut. Auch der Durchfall wurde immer weniger.

Am Freitag morgen ging es mir so gut, dass ich gleich bei der Visite gefragt habe, ob ich nicht nach hause gehen könnte. Diese Entscheidung wollten sie Dr. Maier überlassen, die erst Mittags nach mir gesehen hat. Sie hat dann ihr ok gegeben und um 16 Uhr saß ich bei Mr. Buffo im Auto.
Es war so schön wieder auf PCC angekommen zu sein- zuhause! Die Kinder haben sich auch gefreut mich zu sehen und kamen angelaufen um mich zu begrüßen.
Da mir Dr. Maier noch Bettruhe verordnet hat und ich mich sehr schwach gefühlt habe, bin ich erstmal wieder mein Bett hüten gegangen:-) Am Wochenende habe ich viel gelesen, bin aber auch raus aus meinem Zimmer um auf dem Gelände herumzulaufen. Am Sonntag kam Dr. Maier vorbei und sie hat sich sehr gefreut mich draußen zu sehen und meinte auch, dass ich wieder richtig gut aussehen würde- kein Vergleich zu den Tagen im Krankenhaus :-)

Am Montag musste ich zum Checkup ins Krankenhaus zu Dr. Maier. Als sie irgendwann Zeit für uns hatte, musste ich ihr direkt mein neues Leid klagen. Von dem Zugang in meinem Unterarm hat sich eine Entzündung gebildet. Mein linker Unterarm war geschwollen, hart und schmerzhaft. Dagegen hat sie mir Tabletten aufgeschrieben und auch ein Rezept für Eisentabletten hat sie mir ausgestellt. Die restliche Zeit haben wir zum plaudern genutzt. Im Anschluss mussten wir wie immer erst die Medikamente bezahlen und sie dann bei der Krankennhausapotheke abzuholen. 

So das wäre erstmal alles, was ich zu meiner Krankengeschichte zu schreiben habe. Nochmal muss ich sagen, was für ein Segen es war Dr. Maier kennen gelernt zu haben. Sie hat mich von Anfang an konsequent gegen Typhus behandelt- das war mein großes Glück, denn ansonsten hätte ich einen Darmbruch erleiden können mit Not-op und allem drum und dran.... Auch menschlich ist sie toll und ich werde mit ihr in Kontakt bleiben.
Hier auch noch mal ein riesen DANKESCHÖN an Anja- ohne dich hätte ich das alles nicht überstanden. Auch DANKE an all meine lieben Freunde und meine Familie in Deutschland für die Unterstützung und die Kraft die ihr mir gegeben habt!

Ach so: Anja und ich sind uns sicher, dass ich mir das Typhus bei einem Friedegg- Stand in Techiman geholt habe. Am morgen als wir von Bui gekommen sind haben wir dort gefrühstückt und ab dann ging es mir zunehmend schlechter und auch Anja hatte Bauchschmerzen. Der Unterschied zu mir und Anja war, dass sie gegen Typhus geimpft war und ich halt nicht!

Heute geht es mir wieder gut. Ich bin noch schwach und viel müde, aber das war es dann auch schon.

Sonntag, 23. Januar 2011

Neue Bleibe

Seit nun schon über einem Monat lebe ich in meinem Raum auf dem PCC Gelände. Wie ja schon in anderen Blogeinträgen erwähnt gehört dieser zu den Gästehäusern und liegt 2 Gehminuten vom Freiwilligenhaus entfernt. Das Haus ist ein „Doppelhaus“- auf der linken Seite wohnt Anja und auf der rechten Seite wohne ich. Lustiger Weise sind die Wände eher dünn und wir können uns durch geschlossene Türen unterhalten, wenn wir etwas lauter sprechen :-)
Ansonsten ist der Raum sehr komfortabel: Ich habe ein Freiluftbadezimmer ganz für mich alleine :-) Natürlich ist das Wasser auch hier kalt, aber wer braucht schon bei ca. 35 Grad warmes oder heißes Wasser?!? Hier ein paar Bilder, damit ihr euch selber einen kleinen Eindruck machen könnt:








Da fällt mir noch ein, dass wir uns mitten in der Trockenzeit befinden. So wie es den Anschein macht wird es nie wieder regnen. Ganz typisch für diese Jahreszeit ist es, dass noch Sonnenuntergang richtig kalt wird. Ich muss jetzt immer mit einem langen Pyjama schlafen und auch die Decke darf nicht fehlen. Ab ca. 10 Uhr morgens wird es aber immer heißer du heißer. Die Luft ist staubtrocken. An manchen Tagen ist es dazu noch etwas windig und der ganze Staub wird noch mehr aufgewirbelt. Das ist wirklich nicht ganz so toll, denn wenn ich meine Wäsche von Hand wasche, dann ist das Wasser nach kürzester Zeit wirklich Staub rot. Abgesehen davon finde ich die Trockenzeit deutlich angenehmer als die Regenzeit. Die Hitze ist eine trockene Hitze und für deutlich besser zu ertragen als die hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit.

Montag, 17. Januar 2011

Tage zwischen Weihnachten und Neujahr

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr waren geprägt durch viele verschiedene Aktivitäten in PCC. Normalerweise gibt es für jeden Tag einen strickten Ablauf, um den Kindern eine Tagesstruktur- und routine zu geben, aber an Weihnachten ist alles anders. Jeder Tag war spannend und ich habe mich oft gefragt: was wird heute wohl passieren?
Sehr amüsant war das Fußballspiel am 28.12.10. 2 Teams sind gegeneinander angetreten: Day-care 1 gegen Day-care 2. Die Teams bestanden aus Caregivern, Kindern und Freiwilligen. Ja ihr lest richtig: Freiwilligen. Ich habe das Day-care 2 Team mehr oder weniger versucht zu verstärken, denn wie ihr vielleicht wisst schaue ich Fußball wirklich gerne, kann jubeln und anfeuern, aber NICHT spielen!! Wir haben Trikots bekommen und jedes Team ist ins „Stadion“ eingelaufen und hat auch die ghanaische Nationalhymne zum besten gegeben. Jedes Teams wurde von seinen eigeneren Fans angefeuert und betanzt. Es wurden 2 Halbzeiten a 20 min gespielt. Mein Team ging direkt zu beginn durch ein Tor von Caregiver Steven in Führung, doch Day-care 1 hat in der 2. Halbzeit den Ausgleich erzielt. In der letzten Minute haben wir noch ein Tor geschossen, dass uns aber aberkannt worden ist, da Emma, ein Spieler aus dem gegnerischen Team verletzt auf den Boden lag. Wirklich alle sind auf den Schiedsrichter losgegangen, es wurde lautstark diskutiert, aber letztendlich blieb es beim 1:1. Zur Versöhnung und Abkühlung sind wir alle in den Pool und hatten dort noch mal riesigen Spaß. 



Am nächsten Tag gab es nochmals ein Match zwischen Day-care 1 und Day-care 2. Dieses mal wurden Spiele wie Sackhüpfen, Eierlaufen, Tauziehen, Wettrennen, die Reise nach Jerusalem und andere Spiele gegeneinander ausgetragen. Es war so toll zu sehen, dass wirklich jeder jeden angefeuert hat, ganz nach dem Motto: Jeder ist ein Gewinner!


Am gleichen Abend wurden dann noch 6 unserer Kinder römisch- katholisch getauft: Dede, Shalomina, Aisha, Daniel, Kwaku Jacob und Kwame Ayim. Pastor Benneh ist zu uns gekommen, um diesen ganz speziellen Gottesdienst abzuhalten. Es war wirklich wunderbar anzusehen und auch einige Kinder haben gemerkt, dass eine ganz besondere Atmosphäre in der Luft liegt. Es war ruhiger als sonst und alle haben gespannt die Rituale von Pastor Bennah verfolgt. Zu beginn wurde eine Predigt über das Zusammenspiel von Händen, Füßen und Bauch gehalten. Auch der Chor hat gesungen und es wurde gebetet. Dann gab es den großen Moment: unsere Kinder wurden getauft. Alles ganz nach ghanaischen Traditionen. Danach gab es für alle das Abendmahl. Die Sonne ging langsam unter und unsere offene Kirche wurde in ganz besonderes Licht getaucht


Am 30.12. ist der Dadaba Chor zu uns nach PCC gekommen und hat musiziert, gesungen und getanzt. Traditionell findet man diese Art der Musik im Norden von Ghana und es war anders als der Frafra Chor am 24.12, der aber ebenfalls aus dem Norden stammt. Es war ebenfalls ein sehr netter Abend.

Wenn ich noch mal über meinen Bericht lese, dann macht es den Anschein, als würde die Sonne permanent über PCC scheinen, aber auch wir haben Sorgen zum Beispiel: Kinder mit epileptischen Anfällen, Kinder mit Fieber oder ohne Appetit, Kinder, die einen depressiven Anschein machen oder aggressiv sind und natürlich der Tot von Innocentia im letzen Jahr. Dies kommt leider ab und zu vor bei 75 Kindern, aber ich bin froh euch sagen zu können, dass wir alle trotzdem unsere Lebensfreude nicht verlieren!


6 Monatsbericht

Kaum zu glauben aber wahr: Ich bin nun 6 Monate in Ghana (naja um ehrlich zu sein erst morgen ;-)). Halbzeit.
Die Zeit verfliegt immer noch wie im Fluge.

Seit einem Monat lebe ich nun auf dem PCC Gelände. Ich habe zuvor 4 Monate in einer Gastfamilie gelebt, habe mich dann aber doch entschieden wieder zurück nach PCC zu ziehen. Ich habe sehr gerne in der Gastfamilie und vor allem in dem Haus gelebt, aber es war auch anstrengend. Ich hatte das Gefühl irgendwie immer präsent sein zu müssen und hatte kaum Zeit für mich. Außerdem wollte ich auch gerne etwas mehr Kontakt mit meinen Kollegen in PCC verbringen.
In der Gastfamilie habe ich viel über die ghanaische Kultur gelernt. Mir wurde die Sprache Twi beigebracht (mit mehr oder weniger großem Erfolg :-)) und ich habe das Essen kennen gelernt. Das Thema Essen war nicht immer ganz so einfach, denn die Ghanaen empfinden es als unhöflich, wenn man nicht aufisst. Es heißt immer: Eat all! You have to grow! Und sie meinen es wirklich so. Das ist auch der Grund, warum ich jetzt doch leider zugenommen habe, aber das finde hier ALLE ganz toll und meine Gastmutter ist stolz auf sich, da sie mich gut beköstigt :-) Nun gut.
Hier in PCC lebe ich jetzt in meinem eigenen kleinen Raum. Dieser gehört zu den Gästehäusern und liegt 2 Gehminuten vom Freiwilligenhaus entfernt. Somit habe ich immer die Wahl wie viel oder wie wenig Kontakt ich zu den anderen Freiwilligen habe will. Denn zum Teil ist es anstrengend so viele kommen und gehen zu sehen (die meisten bleiben nur für 3 Monate). Außerdem habe ich sehr, sehr guten Kontakt zu Anja. Sie wohnt direkt neben mir und es tut gut sich mit ihr über unsere Erfahrungen, die Arbeit, die Kinder, die Kultur, die Caregiver, unsere Gefühle usw. auszutauschen. Sie ist nun seit 4 Monaten hier und es ist schön, dass sie da ist.

Nun zu meiner Arbeit. Ich bin immer noch stellvertretende Workshopleitung und arbeite zum Großteil in der Perlenhalle.
Seitdem ich mich eingearbeitet habe, versuche ich, dass die Kinder mehr gefördert werden können. Ich habe angeregt die Tischordnung zu ändern. Jetzt gibt es einen Tisch mehr und an diesem werden die etwas anspruchsvolleren Halsketten, Schüsselanhänger und Armbänder hergestellt. Die Kinder an diesem Tisch brauchen natürlich mehr Anleitung und auch Unterstützung. Für mich ist es kein Problem mich auf das jeweilige Kind einzustellen und mit ihnen in Ruhe an einem Produkt zu arbeiten, aber für die Caregiver ist es zum Teil schwierig. Ihnen fehlt zum Teil die Geduld und auch das Verständnis von Behinderung. Das mache ich ihnen aber in keinster Weise zu Vorwurf, denn sie haben es einfach nicht gelernt.
Zum anderen habe ich neue Ohrringe und Armbänder „entworfen“. Bei den Armbändern fehlt mir leider noch die zündende Idee für den Verschluss, aber die Ohrringe wurden bereits von Gästen gekauft :-) Ausserdem werden jetzt Tischsets und Kopftücher hergestellt und verkauft.
Jeden Morgen von 8.30 bis 9.30 Uhr bin ich immer noch im Computerraum mit Paa Yaw. Wie im letzten Bericht geschrieben ist hier das Zeil, dass er den Sprachcomputer benutzen kann. Aber leider glaube ich, dass diese Ziel, zumindest nach jetzigen Stand viel zu hoch gegriffen ist. Er kann das gelernt nicht abrufen. Am Anfang habe ich für 2 Monate mit ihm z.B. die Grundfarben mit den verschiedensten Methoden gelernt. Es machte auch für mich den Anschein, als wenn er am Schluss sie wirklich zu kennen schien. 2 Wochen habe ich dann andere Dinge mit ihm geübt und bin dann noch mal die Farben durchgegangen. Leider hat er zu dem Zeitpunkt die Hälfte nicht mehr richtig abrufen können. Das ist schon frustrierend, denn auch von Lena weiß ich, das Paa Yaw bei ihr auch kaum was abspeichern konnte. Auch glaube ich, dass Paa Yaw nicht wirklich motiviert ist etwas zu lernen oder den Sprachcomputer zu benutzen. 

Mit Kojo Envans bin ich von 10.30 bis 11.30 im Computteraum. Hier gibt es keine Veränderung. Er spielt weiterhin die Spiele, die er spielen möchte und ich unterstütze ihn dabei.

Auf dem PCC Gelände wurde ein Bildungszentrum errichtet. Wenn alles gut läuft, dann kann es endlich im März eröffnet werden. Die Kinder, aber auch die Caregiver sollen davon profitieren und mehr gefördert, gebildet und zum Lernen und Spielen angeregt werden. Geplant ist, dass der Computerraum vom Workshop in das Bildungszentrum zieht. Somit fällt die Verantwortlichkeit auch nicht mehr unter Pauls und meine Leitung, sonder unter die Day-care Verantwortlichkeit. Trotzdem hoffe ich, dass ich weiterhin Paa Yaw, Kojo Evans oder ein anderes Kind „unterrichten“ kann. Albert hatte auch schon mal angefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, einige Caregiver zu „unterrichten“. Warum nicht?!?
Wenn der Computerraum ausgezogen ist, dann haben wir einen Raum mehr zu Verfügung und überlegen im Moment, wie wir den am besten nutzen können und wofür.

Von 07.30 bis 8 Uhr habe ich immer noch Ergotherapie mit Shalomina. Das Ziel ist es, dass sie lernt selbständig und evt. sogar ohne Hilfsmittel zu laufen. Wir konnten auch schon Erfolge erzielen. Shalomina kann besser am Rollator laufen und auch mit deutlich weniger Unterstützung (z.B. an meiner Hand) kann sie laufen. Sie ist ein Sonnenschein und sehr motiviert. 

Leider ist in den letzten Monaten mein Fütterkind Innocentia verstorben. Ihr ging es in den Wochen zuvor schon nicht so gut und war auch leider kaum noch fröhlich. Trotzdem kam der Tod von ihr für mich sehr überraschend und hat mich sehr getroffen. Der Umgang mit dem Tod ist doch ganz anders als in Deutschland und ich war auch hier froh, dass Anja an meiner Seite war. Sie hat mich toll unterstützt und mir geholfen mit dem Tod von Innocentia umzugehen. Jetzt habe ich ein neues Fütterkind: Lisa. Mit ihr verstehe ich mich sehr gut und wir haben Spaß zusammen. Auch sie ist ein Sonnenschien.

Ich bin froh euch sagen zu können, dass ich meine Zeit hier in Ghana, Nkoranz, PCC wirklich genießen kann. Auch wenn ich nicht so großes Heimweh habe, gab es doch Momente, Tage und Wochen an denen ich wirklich gerne zuhause bei meiner Familie und meinen Freunden gewesen wäre. Hiermit eine dicke Umarmung an euch alle!


Samstag, 15. Januar 2011

Kein Internet

Halla zusammen ;-)
in Ghana ist das Internet zusammengebrochen.
Es wurden bereits Fachleute aus der Hauptstadt Accra angefordert um das Problem zu beheben.
Dies wird wohl noch etwas länger dauern. In Notfällen könnt ihr Ina auf dem Handy erreichen.
Glückauf Hahne und Co

Dienstag, 4. Januar 2011

Silvester und die Maus


Wie ihr ja wisst habe ich Silvester mit Anja, Lukas und Petra am Lake Bosumtwi verbracht. Wir sind morgens um 6 Uhr los und waren Mittags um 12.30 Uhr am Guesthouse. In Kumasi haben wir am Supermarkt gehalten und leckere Dinge für die Silvesternacht gekauft. Teure, importierte Dinge wie Schokolade, Schokoladenplätzchen, Chips, Bier, Sekt, verschiedene Säfte und das beste: Malibu landeten in unserem Einkaufskorb.
Am See haben wir erstmal relaxt, sind schwimmen gegangen und haben Coccosnuss direkt frisch von der Palme geschlagen und gegessen.
Dann haben wir Drinks an der Bar zu uns genommen und mussten feststellen, dass wir bis zu unserem reservierten Abendessen nur noch 45 Zeit hatten. Wir waren uns alle einig, dass wir es nicht schaffen uns in dieser Zeit zu „stylen“ und haben kurzer Hand beschlossen, dass wir zu Anja und Lukas aufs Zimmer gehen, um dort von dem Malibu, den Chips und der Schokolade zu probieren :-)
Dann gab es das Festmahl: Tomatensalat, gegrilltes Chicken mit Pommes, Ketchup, Mayonnaise und Schokoladeneis zum Nachtisch- ein Traum!!!
Im Anschluss haben wir uns gestylt und uns danach mal wieder bei Anja und Lukas getroffen. Wir haben Musik gehört, weiter gegessen und getrunken und uns alle 4 richtig gut verstanden. Ich muss wirklich sagen, dass wir eine gute Einheit gebildet haben und viel Spaß den ganzen Tag über hatten.
Um 21.30 Ihr sind wir runter zum Strand. Es gab ein Lagerfeuer und Musik wurde gespielt. Es waren die Gäste vom Guesthouse da und noch viele Einheimische. Alle haben getanzt und
wir natürlich auch. Um 24 Uhr gab es ein kleines Feuerwerk, Sekt und die Wunderkerzen von Lena wurden angezündet. Hier noch mal ein riesen Dankeschön an dich, Lena!
Danach sind wir wieder zu Anja und Lukas aufs Zimmer.




Als Petra und ich dann todmüde in unser Zimmer gekommen sind haben wir leider Kotspuren von einer Maus auf unserm Bett gefunden. Woher wir wissen, dass es von einer Maus sein muss? Naja weil wir die Mittags schon in unserm Zimmer gesehen haben und ich da schon die Krise bekommen habe, weil ich Mäuse wirklich abscheulich finde....
Aber trotzdem sind wir schlafen gegangen. Eine halbe Stunde später nachdem ich eingeschlafen war ist die dreiste Maus doch tatsächlich über uns herüber gelaufen. Ich bin wie eine Wilde aufgewacht und habe mich so geekelt. Petra ist natürlich auch wach geworden und sagte mir, dass die Maus auch vor 10 Minuten schon über sie gelaufen ist. Wir haben uns beide tierisch geekelt und haben uns auf die Suche nach ihr gemacht, aber ohne Erfolg. Wir konnten sie die ganze Zeit hören, aber nicht finden. Die Situation hättet ihr wirklich sehen müssen- es war zum kringelig lachen. Letztendlich waren wir so verzweifelt, dass wir Anja geweckt haben um uns bei der Suche zu helfen. Hiermit noch mal Entschuldigung das wir dich geweckt haben :-) Leider konnte Anja die Maus auch nicht fangen und uns auch keinen Rat geben, was wir tun könnten. Petra und ich hatten dann aber doch eine glorreiche Idee: wir müssen uns einfach nur vor der Maus schützen ;-) Unsere Zudecke haben wir über uns gespannt und zwischen die Matratzen geklemmt. Unseren Kopf haben wir mit dünnen Tüchern von uns bedeckt, so das die Maus uns wirklich nichts anhaben kann. So haben wir dann immerhin von 4 Uhr bis 9 Uhr geschlafen.